FAQs zum „Bienenfreundlichen Landwirt“

 

Generell gilt: Je vielfältiger die Landschaft, desto bessere Chancen haben unsere Insekten!

  1. Warum „bienenfreundlich“?

Die Biene steht im Rahmen der Aktion als Synonym für die Insektenwelt generell. Allgemein haben wir natürlich insbesondere bei den Honigbienen wenig Sorgen. Die Biene ist allerdings extrem positiv besetzt und daher unser Aufhänger für eine Aktion, die der Insektenpopulation insgesamt helfen soll.

  1. Allgemein: Fragen zur Gewichtung, Flächenumfang …

Das Projekt Bienenfreundlicher Landwirt ist auf Dauer angelegt. Wir befinden uns in einer Startphase und wollen Erfahrungen sammeln. Daher ist es sehr wohl möglich, dass wir die Maßnahmen zum Wohle der Insekten in Zukunft anpassen.

  1. Warum sind Unkrautecken sinnvoll? Welchen Vorteil haben Staudengärten?

Vielfältige Strukturen und eine möglichst ununterbrochene Verfügbarkeit von Blüten sind wichtig für die Insektenwelt. Das können landwirtschaftliche Kulturen nicht bieten.

  1. Warum Sandhaufen, Feldsteinhaufen, Totholz?

Die Fortpflanzungswege der Insektenwelt sind unwahrscheinlich vielfältig. Dreiviertel aller einheimischen Wildbienenarten nisten im Erdboden, die klassischen Insektennisthilfen aus Halmen, Röhrchen und Holzstämmen sind daher nutzlos für solche Arten. Daher haben wir auch die klassischen Insektenhotels nicht mit in unser Programm aufgenommen, die als „Fast-Food-Restaurant für Prädatoren“ dienen können (und damit wenig nützlich für unsere Aktion sind).   

  1. Maßnahmen auf Ackerflächen

Mehrjährige Blühstreifen sind wertvoller als einjährige, da sie vor allem für Bodennister einen langen Zeitraum bieten. Allgemein ist die Aufwertung vorhandener Saumstreifen (Wald-Feld-Wasser….) sinnvoller als die Anlage mitten im Flurstück. Breite Streifen bieten zudem Bodenbrütern zusätzlichen Schutz.

Die Aussaat sollte so gewählt werden, dass die Blühfläche möglichst gute Wachstumschancen hat. Wir vertrauen hier auf die Fachkenntnis der Landwirte. Wertvoll ist die Überbrückung der blüharmen Zeit nach der Rapsblüte bis in den Herbst hinein. Wir empfehlen keine Aussaatmischung, verweisen aber auf die einschlägigen Mischungen. Die klassische Senffläche mit der Aussaat im Herbst ist keine Blühfläche im Sinne dieser Vereinbarung, da sie für die Insektenwelt in der Regel erst zu spät zur Blüte kommt.

  1. Maßnahmen auf dem Grünland

Randstreifen: Wir möchten motivieren, die Randstreifen etappenweise zu mähen. Auch hier gilt, dass Vielfalt Vorteile schafft. Natürlich dürfen auch die Feldrandstreifen mit starkem Aussamungspotential gehäckselt werden, die Hälfte der Streifen sollten jedoch bis in den August hinein stehen bleiben.

Altgrasstreifen: Es gibt auf vielen Grünlandflächen minderwertige Bereiche, oder Bereiche die sich z.B. aufgrund von Schatten nicht zur Heubereitung nutzen lassen. Diese Flächen können wertvolle Habitate für Insekten darstellen.

  1. Kontrolle

Eine Kontrolle soll nicht stattfinden. Es handelt sich um eine Selbstverpflichtung. Es ist aber extrem wichtig, dass die Maßnahmen im Sinne der Glaubwürdigkeit unserer Aktion zuverlässig umgesetzt werden. Es geht hier nicht nur um Imagearbeit, es geht auch darum, uns gegenseitig für die Belange der Insekten zu sensibilisieren.

  1. Kombination

Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist möglich.